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Artenvielfalt ist gefragt
Jedes Gewässer weist unterschiedliche charakteristische Merkmale auf – ein Gebirgsbach beispielsweise andere als ein Fluss im Flachland. Die WRRL teilt daher die Gewässer in Typen ein und bewertet ihren ökologischen Zustand anhand gewässertypspezifischer Pflanzen- und Tierarten. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Vielfalt an Wasserpflanzen und -lebewesen gelegt.
Die Bewertung der Flüsse erfolgt innerhalb einer fünfstufigen Bewertungsskala: Klasse 1 entspricht dem sehr guten ökologischen Zustand eines Gewässers und stellt zugleich den Referenzwert dar. Klasse 2 (guter ökologischer Zustand) ist die Qualitätsvorgabe im Rahmen der WRRL.
Allgemein gilt: Je weniger die Gewässer und ihre Umgebung vom Menschen beeinflusst sind, desto besser ist ihr ökologischer Zustand. Folgende Faktoren prägen den Zustand der Oberflächengewässer in Österreich:
Mangelnde Durchgängigkeit
Kraftwerke und Querbauwerke wie Wehranlagen und Gewässerverrohrungen verhindern, dass Fische flussaufwärts wandern können. Im Durchschnitt besteht alle 3,6 Kilometer ein unpassierbares Querbauwerk.
Veränderung der Gewässerstruktur
Stark verbaute Flusslandschaften bedeuten für viele Lebewesen einen großen Lebensraumverlust und tragen auch zu einem gestiegenen Hochwasserrisiko bei: Bei Hochwasser hat der Fluss zu wenig Platz, um sich auszubreiten. Die fehlende Ufervegetation kann die Wassermassen nicht aufnehmen.
Unzureichende Restwassermenge
Bleibt – etwa im Rahmen der Wasserkraftnutzung oder bei kleineren Flüssen für Bewässerungszwecke – zu wenig Restwasser übrig, tritt eine Veränderung der Lebensgemeinschaft bis hin zum Verschwinden der Arten ein. Im Durchschnitt gibt es alle 16 Kilometer einen Gewässerabschnitt, bei der kein ausreichender Mindestabwasserfluss gewährleistet ist.
Starke Abflussschwankungen
Kraftwerke verursachen in tiefer gelegenen Fliessgewässern zum Teil extreme Abflussschwankungen. Plötzliche künstliche Fluten in Folge der Stromproduktion reißen viele Flusslebewesen mit. Geht der Wasserstand ebenso plötzlich wieder zurück, stranden die Wasserorganismen auf Sand- und Schotterbänken und im Uferbereich.
Stauhaltungen
Durchschnittlich alle 20 Kilometer ist ein gestauter Abschnitt mit einer Länge von mehr als 500 Meter zu finden. Stauhaltungen trennen Wasserlebewesen von ihren Laichplätzen und Aufwachs-Lebensräumen und führen so zum Aussterben in den betroffenen Gewässern.
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