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Projektinfo


(Deutschland/Frankreich)
Wasserbauliche Maßnahmen haben bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einschneidenden Veränderungen entlang des Oberrheins geführt: Teile der größten zusammenhängenden Auenlandschaft und des späteren Naturschutzgebietes „Taubergießen“ wurden vollends vom Rhein abgeschnitten.
Der fehlende Durchspüleffekt durch die stark eingeschränkte Dynamik führte zu dicken Schlammschichten auf der Sohle der Gewässerzüge. Die Folgen: Zum einen wurde das typische kiesige Sohlsubstrat abgedeckt, darauf angepasste Tiere und Pflanzen fanden keinen Lebensraum. Zum anderen wurde dadurch auch das Einsickern ins Grundwasser unterbunden, was wiederum zu einem unnatürlich niedrigen Grundwasserspiegel führte.
Übergeordnetes Ziel des Projektes war es daher, die Dynamik des Rheins – unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes – wieder als gestaltende Kraft zu nutzen. Konkret bedeutete das: Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, Revitalisierung der Flusslandschaft Taubergießen, Wiederherstellung möglichst auetypischer Verhältnisse, Minimierung der Schäden an Tier- und Pflanzenwelt bei Extremhochwasser, Verbesserung der Strömungsverhältnisse sowie die Erhaltung und Verbesserung der Naherholungsmöglichkeiten.
Das grenzüberschreitende Projekt wurde unter Berücksichtigung der interessierten Öffentlichkeit wie Naturschützern, Fischern und Jägern durchgeführt und im Sommer 2007 abgeschlossen. Durch die bessere Durchströmung bildeten sich bereits nach kurzer Zeit die für die ursprüngliche Rheinaue so typischen Kiesinseln, die Flussregenpfeifer und seltenen Libellen als Lebensraum dienen. Und auch die angestrebte kiesige Gewässersohle wurde bereits teilweise erreicht.
Weitere Informationen: www.revitalisierung-taubergiessen.eu

(Deutschland)
Der besondere ökologische Wert der Elbe besteht zum einen in seiner Vielzahl an Lebensräumen: Flache Strände, steile Böschungen sowie Kies- und Sandbänke sind dort ebenso vorhanden wie Dünen und Stromtalwiesen. Zum anderen gibt es hier den noch größten zusammenhängenden Auenwald Mitteleuropas. In diesem Gebiet haben sich viele spezialisierte und oft bedrohte Arten angesiedelt. Rund 380.000 Hektar dieser abwechslungsreichen Naturlandschaft sind seit 1997 von der UNESCO als Biosphärenreservat „Flusslandschaft Mittlere Elbe“ anerkannt.
Saisonale Hochwasser sind Teil der natürlichen Abläufe an der Elbe und tragen – neben der saisonalen Trockenheit – zu der besonderen Artenvielfalt bei. Doch in den letzten 150 Jahren wurden entlang des Stromes rund 80 Prozent der Überflutungsflächen zerstört. In Folge gingen nicht nur wichtige Lebensräume von Tieren und Pflanzen verloren. Auch das Hochwasserrisiko stieg entlang des Flusses drastisch an. Verschärft wurde die Situation zusätzlich durch weitere Flussbegradigungen und die Aufstockung von Schutzdeichen.
Das Naturschutzgroßprojekt an der Elbe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Land Sachsen-Anhalt und WWF Deutschland. Der WWF Deutschland betreut als Projektträger von 2001 bis 2010 das Naturschutzgroßprojekt.
Ziel des Projektes ist die Sicherung und Renaturierung von echten, überflutbaren Auenwäldern von der Mulde bis zur Saalemündung mit den auentypischen Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehört auch der Ankauf von Flächen, um Nutzungskonflikte in den Auenwäldern zu vermeiden. Vom etwa 5.700 Hektar großen Projektkerngebiet mit den ökologisch besonders wertvollen Flächen sind bereits 905 Hektar im Besitz des WWF. Als zusätzliche Maßnahme ist die Rückverlegung der Deiche auf etwa sieben Kilometer Länge geplant. Damit werden 600 Hektar Eichen-Ulmen-Auenwald an die Flusslandschaft der Elbe angebunden.
Detaillierte Informationen zum Projekt gibt es unter http://www.wwf.de/regionen/elbe

(Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Ukraine)
Das größte grenzüberschreitende Renaturierungsvorhaben in Europa – beteiligt sind Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine – wird derzeit im Donau-Delta umgesetzt. Das Donau-Mündungsgebiet am Schwarzen Meer umfasst ein einzigartiges Netzwerk eng miteinander verbundener Lebensräume und Ökosysteme: Röhrichte, schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auenwälder sowie extreme Trockenbiotope auf Dünen. Mehr als 4000 Tier- und über 1000 Pflanzenarten sind in Europas größtem Feuchtgebiet heimisch.
Zum Schutz und zur Renaturierung wurden und werden entlang der rund 1000 Kilometer langen unteren Donau insgesamt 600.000 Hektar Naturräume miteinander vernetzt. Auengebiete, die einst in Äcker, Weideflächen oder Fischzuchtanlagen umgewandelt wurden, werden wieder renaturiert. Sie tragen damit wesentlich zum Erhalt der Tier- und Pflanzenvielfalt im Donau-Delta bei.
Informationen zum Donau-Delta: http://www.ddbra.ro/de/index.php
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